Der Schutz von Nichtrauchern vor dem quälenden Tabakqualm anderer scheint ein allgemeiner Trend geworden zu sein. Flächendeckende Rauchverbote sind daher in aller Munde und werden nach wie vor heiß diskutiert. Zuletzt entschieden sich die Bayern per Bürgerentscheid für ein strenges Rauchverbot in Gaststätten. Natürlich versuchen sich die Raucher trotzdem immer wieder aus der Schusslinie zu manövrieren und behaupten, Tabakkonsum sei die Sache eines jeden Einzelnen. Es wird meist angeführt, dass beispielsweise der Konsum von Alkohol genauso gesundheitsgefährdend sei, dies aber allerorts toleriert werde. Schon von jeher unterliegt die Argumentation der Raucher einem großen Missverständnis: Während der überwiegende Großteil ungesunder Genussmittel nur den Konsumenten selbst betrifft, betrifft der Qualm von Zigarettenrauchern auch die Mitmenschen. Während ein Alkoholiker unmittelbar nur sich selbst schädigt, schädigt ein Nikotiniker sich und unmittelbar auch andere.
Tabakrauch ist ein Gemisch von mehreren Tausend, zum Teil hochgradigen Giften. Arsen, Cadmium, Dioxin, Formaldehyd, Kohlenmonoxid, Nickel, Radon, Wasserstoffzyanid…1 um nur einige zu nennen. Auf einem Fachkongress im südfranzösischen Nizza erklärten Lungenfachärzte bereits 1998, dass Zigarettenrauch 10.000mal gefährlicher für die Atemwege sei, als die Belastung durch die Schadstoffe der Umwelt.2 Italienische Forscher haben gar herausgefunden, dass Zigarettenqualm sogar zehn mal giftiger ist als hochgradig krebserregende Dieselabgase.3 Diese Erkenntnis führt schließlich auch das stärkste Argument der Raucher ad absurdum, man müsse, wenn man das Rauchen verbiete, auch das Autofahren verbieten. Der Vergleich hinkt allein schon deshalb, weil man Tabakrauch für gewöhnlich mehr (als Raucher) oder weniger (als Passivraucher) direkt in die Lunge inhaliert. Bei Autoabgasen ist dies in nur sehr stark durch die Umluft verdünnter Form der Fall.
- Max Daunderer: “Gifte im Alltag” ↩
- Süddeutsche Zeitung vom 23. und 26.01.1998 ↩
- SPIEGEL Online: “Zigaretten schädlicher als Diesel” ↩

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